Allseitige Pluspunkte (Signale 1971-2)

Elektrophorese beim Wartburg 353

durch Elektrophorese

Im Zuge umfassender Rekonstruktion des Fertigungsbereiches Lackiererei im VEB Automobilwerk Eisenach wurde bereits 1967 eine vollautomatische Tauchanlage in Betrieb genommen, und seit Anfang 1970 erfolgt die Grundierung der WARTBURG-Karosserien im Elektrophorese-Verfahren. Mittlerweile wurde im Werk die Technologie und die Qualität der Lackierung weiter optimiert.

Doch was bedeutet Elektrophorese - Verfah­ren?

Generell handelt es sich um den derzeit modernsten Grundierprozeß, der also bei der Herstellung des WARTBURG 353 angewendet wird.

Im Prinzip läßt sich der technologische Vorgang folgendermaßen ganz kurz beschreiben. Die Rohkarosserien durchlaufen zunächst eine ebenfalls dem neuesten Stand der Technik entsprechende Wasch- und Phosphatieranlage, wo sie äußerst sorgfältig

vorbehandelt werden. Gereinigt und mit einer als Haftgrund für den Lack und als ersten Korrosionsschutz dienenden Phosphatschicht versehen, gelangen die Karosserien durch Flurfördersysteme zum Tauchbad. Das Tauchbecken mit wasserverdünnbarem Elektrophoreselack, der sich durch antikorrosivwirkende Pigmente und weitgehende Porenfreiheit auszeichnet, ist durch Anlegen einer Gleichspannung negativ geladen und wirkt daher als Kathode. Demgegenüber bildet die eingetauchte, positiv geladene Karosserie die Anode. Bei Spannungen von 160 bis 200 Volt fließen Gleichströme bis 3000 Ampere, und hierbei scheiden sich die ionisierten Lackpartikel auf der Karosserie ab. So entsteht der Lackfilm. Durch dieses Elektrophorese - Verfahren werden entscheidende Vorteile wirksam. Im Werk zählen da solche Faktoren wie Wegfall feuergefährlicher und gesundheitsschädigender Lösemittellacke, niedrigere Kosten im Grund- und Hilfsmittelverbrauch und verkürzte Prozeßdauer bei voll mechanisierten Arbeitsgängen. Die Beschichtung der WARTBURG-Karosserie erfolgt in ca. zwei Minuten.

Beim WARTBURG-Besitzer schlägt indessen zu Buche, daß die Elektro-Tauchgrundierung eine außerordentlich innige und gleichmäßige Verbindung des Lackfilmes mit dem Karosserieblech bewirkt, und zwar auch an Kanten, in Ecken und sonst unzugänglichen Hohlräumen. Das bietet im Vergleich zu konventioneller Lackierung erheblich verbesserten Korrosionsschutz.