...und "vor dem Werktor"... (Signale 1972-6)

Wartburg 353 des Werksteams

XY. Internationale Rallye Wartburg

Die vom MC Eisenach im ADMV der DDR in Zusammenarbeit mit dem VEB Automobil­werk Eisenach veranstaltete XV. Internationale Rallye Wartburg brachte erneut Höhepunkte in der Geschichte dieses seit 1955 durchge­führten und seither maßgebend profilierten Automobilsport-Wettbewerbs.

Hierbei konnte die Sportabteilung des Werkes mit WART­BURG 353 gegen starke Konkurrenz aus sie­ben, Ländern weiter an die Erfolgsserien vergangener Jahre anknüpfen. Ihre Bilanz ist der Sieg sowie der 4. und 5. Platz im Ge­samtklassement, zwei Klassensiege und der Sieg bei den Club- und Fabrikmannschaften. Von 1955 an bestehen sehr wirkungsvolle Wechselbeziehungen zwischen der Rallye Wartburg und der Entwicklung der modernen Eisenacher Personenkraftwagentypen. 1955 er­zielten Nullserienwagen des damaligen Bau­musters 311 in diesem Härtetest erste Sport­erfolge, und 1966 gelang mit dem neuent­wickelten WARTBURG 353 auf Anhieb der Gesamtsieg bei der Rallye Wartburg. Be­triebsdirektor Hellbach, Schirmherr der Ver­anstaltung, unterstrich im Vorwort zum Pro­gramm der XV. Internationalen Rallye Wart­burg: „Gerade hier im unerbittlichen Lei­stungssport werden die Rallyefahrzeuge Be­lastungen bis an Grenzwerte für Mensch und Material ausgesetzt, die im normalen Ver­suchsbetrieb und Straßenverkehr nie auftre­ten, und gerade das Fabrikat, welches sich unter diesen extremen Bedingungen bewährt
und durchsetzt, wird auch für die Kunden im täglichen Fahrbetrieb sicher und zuverlässig sein."

Als End- und Stichlauf in der Wertung zum Pokal der sozialistischen Länder wies die XV. neben den DDR-Teilnehmern erstklassige in­ternationale Besetzung auf, insbesondere durch ausgezeichnet vorbereitete Werksmann­schaften aus der UdSSR auf Moskwitsch 412, der CSSR mit Skoda 120 S und aus der VR Polen mit Fiat 125 p. Vertreten waren auch mehrere Teams aus Dänemark.

Der Wettbewerb, zu dem 113 Teilnehmer star­teten, umfaßte eine in 33 ZK-Abschnitte un­terteilte Zuverlässigkeitsfahrt über 1500 km im Thüringer Wald und Harz einschließlich zwei Rundstreckenprüfungen auf der Renn­piste des Schleizer Dreiecks und acht Sprints. Hinsichtlich der Spitzenpositionen wurden die Entscheidungen vorrangig ausgetragen zwi­schen der Eisenacher WARTBURG-Equipe und dem Skoda-Aufgebot aus der CSSR. In der Schlußabrechnung resultierte der Gesamtsieg von Culmbacher Ernst auf WARTBURG 353, vor zwei tschechoslowakischen Fahrerpaaren auf Skoda 120 S, aus einzig punktfreier Be­wältigung der Langstrecke und niedrigster Punktziffer von sämtlichen Teilnehmern in allen Sonderprüfungen, die ausschließlich auf kurvenreichen Bergstraßen stattfanden. Die sogleich anschließenden Plazierungen zweier weiterer AWE-WARTBURG-Besatzungen kom­plettierten den Maximalerfolg dieses Ein­satzes.

Während die Ausfallquote 47 Prozent betrug, büßte das Werksteam lediglich ein Fahrzeug ein, nicht durch einen technischen Defekt, sondern infolge unverschuldeten Unfalls. Noch etwas ist sicher bezeichnend: Der WARTBURG 353 des Gesamtsiegerpaares war ein Gruppe­1-Auto, ein normaler Serientourenwagen.

Die Equipe des VEB Automobilwerk Eisenach erwies sich mit dem Gesamtsieg, den beiden 1000-cm3-Klassensiegen bei den Serien‑
tourenwagen und den Spezialtourenwagen (links) sowie mit dem Fabrikmannschaftssieg als das erfolgreichste Team zur XV. Interna­tionalen Rallye Wartburg.