Leipziger Messe-Mosaik (Signale 1974-5)

Besucher am Stand des VEB AWE

WARTBURG 353 W dokumentiert Effektivität Des AWE-Automobilbaues

 

Wenige Wochen vor dem 25. Jahrestag der Gründung der DDR bestätigte die Herbstmesse 1974 die kraftvolle und kontinuierliche Entwicklung der Republik in der Gemeinschaft der Länder des RGW,

Besucherandrangdie als dynamischste Wirtschaftsregion der Welt die Ergebnisse 25jähriger Zusammenarbeit aufzeigte. So bot diese Jubiläumsmesse mehr denn je den Besuchern, Kaufleuten, Wissenschaftlern und technischen Experten aus rund 80 Staaten solide Bedingungen für friedlichen Handel, Leistungsvergleich und Information. Einen besonders beachteten Platz nahmen dabei die Exponate des Industrieverbandes Fahrzeugbau der DDR ein, der unter dem bezeichnenden Motto „IFA — konzentriert auf Fortschritt" ausstellte. In diesem großen Rahmen repräsentierte AWE die von den Werktätigen durch zielstrebige Leitung und Planung verwirklichten Erfolge im modernen Eisenacher Automobilbau mit den neuesten Modellen WARTBURG 353 W.

 

Der WARTBURG 353 Tourist wurde auch vorgestellt als Zugwagen für den großen Wohnanhänger „Bastei".Prominente Persönlichkeiten weilten schon zu Beginn der Messe am Stand des VEB Automobilwerk Eisenach. Als Mitglieder der Partei-und Staatsführung begutachteten der Kandidat des ZK der SED, Genosse Günter Kleiber, Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR und Minister für Allgemeinen Maschinenbau, Landmaschinen- und Fahrzeugbau, und Minister Wolfgang Rauchfuß die AWE-Ausstellung. Hohen Besuch gab es auch gleich mit dem Vorsitzenden des peruanischen Verteidigungsrates, Herrn Cavero, und dem Vizepräsidenten sowie Mitgliedern der Ingenieurorganisation der Arabischen Republik Ägypten und dem Pressesprecher des Ministerates der VR Polen.

 

Noch ein Blick aus Messestand-Perspektive: auf die Scheibenbremsen vornZur Pressekonferenz der VVB Automobilbau unter Leitung des Generaldirektors erhielten die anwesenden Journalisten noch vor Messeeröffnung einen umfassenden Überblick, der bei dem anschließenden Rundgang direkt von den Exponaten und der Aushändigung reichhaltigen Informationsmaterials über den WARTBURG 353 vervollständigt wurde.

 

Selbstverständlich kam bei den vielen Informa-tionsgesprächen oft das Ziel des AWE-Werkskollektivs zur Sprache, 1974 in der industriellen Warenproduktion den Wert von einer Milliarde Mark zu überschreiten.

 

Zur Anlage der Wischerausrüstung für die Hauptscheinwerfer gehören ein separater Waschflüssigkeitsbehälter mit elektrischer Pumpe und eine elektronisch gesteuerte Programmschaltung, die bei Antippen des Wisch-Wasch-Schalters einen kombinierten Reinigungsvorgang an den Scheinwerfern auslöst.Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang, daß die Eisenacher Automobilwerker auch während der Urlaubsmonate ihren schon erreichten 3-Tage-Vorsprung in der Erfüllung von Plan und Gegenplan mit einer durchschnittlichen Tagesproduktion von 3,8 Millionen Mark absicherten und in der jahresanteiligen Planerfüllung per 30. September 76,3 Prozent ansteuerten.

 

Die Vorstellung des WARTBURG 353, der in seiner komplexen Weiterentwicklung zur Herbstmesse erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde und ab Produktion im I. Quartal 1975 den Zusatz W zur Typenbezeichnung trägt, erstreckte sich auf das komplette Fertigungsprogramm mit Limousine und Tourist-Mehrzweckwagen in Standard- und de-luxe-Ausführung, mit und ohne Stahlschiebedach, mit Sonderwunsch-Extras und in Lackierungen aus der Farbpalette. Als ein Teil der umfangreichen Weiterentwicklung wurde gesondert die Scheibenbremse an einem Schnittmodell gezeigt. Attraktivstes Glanzstück der AWE-Exposition, durch Filme und Vorführungsfahrten auf dem Freigelände ergänzt, bildete als Spitzenmodell WARTBURG 353 W eine velourrote de-luxe-Schiebedachlimousine mit Schalensitzen und allen weiteren Details der Sonderwunsch-Ausstattung.

 

Besucher gab es sozusagen massenweise am laufenden Band. Das verwundert wenig, da Automobilausstellungen ohnehin regen Publi-kumszuspruch haben. Aber wer hier kam und sah, stand dem offenkundigen Beweis gegenüber, daß im Eisenacher Automobilbau mit dem WARTBURG 353 von dessen ersten Produktionsjahr an nicht nur eine nachhaltig auf lange Sicht zeit- und marktgerechte Automobilkonzeption realisiert wurde, sondern daß auch deren ständige Perfektionierung gerade im Hinblick auf künftig generell immer bedeutsamer werdende Forderungen an das Automobil allgemein, wie vernunftsgemäße Gebrauchswertmerkmale und verstärkte Sicherheit erfolgt. Drastisch zwar (und von uns gar nicht zu einer Äußerung herausgefordert) sagte jemand vernehmlich: „Die Eisenacher haben eben 'ne Nase dafür, was wirklich Sache ist." Abschlüsse auf internationaler kommerzieller Ebene sind selbstverständlich ein Hauptfeld der Messetätigkeit. Exporte sind ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor und stichhaltige Qualifikationsbelege. Auch dazu verbuchte das Werk während der Messe bezeichnende Erfolge. So wurden in Leipzig zusammen mit den Außenhandelsunternehmen die Lieferungen WARTBURG 353 W für 1975 in sozialistische Länder im Rahmen der langfristig abgeschlossenen Verträge bereits weitgehendst spezifiziert. Eine abermalige Steigerung ist, im WARTBURG-Export in die SFR Jugoslawien zu verzeichnen. Erneut gesteigertes Interesse erzielten die Eisenacher Automobile ebenfalls bei Importeuren des nichtsozialistischen Auslands.

 

Daher konnten beispielsweise mit der finnischen Generalvertretung die Lieferungen im Jahre 1975 schon detailliert vereinbart werden, und neue Geschäftsverbindungen ergaben sich mit Dänemark und Griechenland.

 

 


Titelbild: Besucherandrang am Messestand des VEB AWE

Bild 2: Besucherandrang

Bild 3: Der WARTBURG 353 Tourist wurde auch vor-gestellt als Zugwagen für den großen Wohnanhänger „Bastei".

Bild 4: Noch ein Blick aus Messestand-Perspektive: auf die Scheibenbremsen vorn

Bild 5: Zur Anlage der Wischerausrüstung für die Hauptscheinwerfer gehören ein separater Waschflüssigkeitsbehälter mit elektrischer Pumpe und eine elektronisch gesteuerte Programmschaltung, die bei Antippen des Wisch-Wasch-Schalters einen kombinierten Reinigungsvorgang an den Scheinwerfern auslöst.