Jahrestreffen 2009 (Signale 40-61)

Besuch im Museum Eisenach

"Für das gleiche Geld hätten wir beide auch eine Woche nach Mallorca fahren können"...

...hat meine Frau Sylke zu mir gesagt, als sie Quittungen und Eintrittskartenpreise von unserem verlängerten Wochenende zusammen gerechnet hatte. Da Sylke, meine Tochter Franziska und ihr Freund Daniel noch nie in Eisenach, auf der Wartburg oder überhaupt in dieser Thüringer Gegend waren, konnte ich meine Familie in diesem Jahr überzeugen, mit mir zum Jahrestreffen des EDWFC e.V. zu fahren.

Damit sich das auch richtig lohnt und entspannter ist, fuhren wir mit zwei meiner Autos. Vier Personen und ein mittelgroßer Hund im Wartburg Tourist über so viele Kilometer wären etwas zu eng geworden. So machte ich mir den roten Camping auch noch startklar. Damit waren wir über das Wochenende auch voneinander unabhängiger.

 

Bereits am Donnerstagabend führen wir zu den Kindern nach Leipzig. Es wurde beschlossen, bereits am Freitag die Wartburg mit dem Wartburg zu besuchen, damit man am Sonnabend nicht in den vollen Touristenstrom hinein gerät. Hier haben wir das einzige Mal auf der Reise was gespart, denn Wartburg dürfen bekanntlich umsonst an der Wartburg parken. Auch das Burschenschaftsdenkmal bekam von uns noch Besuch. Abends gab es dann ein Wiedersehen mit den Freunden vom EDWFC, das erst nach Mitternacht auf dem Balkon des Hotels zu Ende ging.

 

Am Sonnabend besuchte meine Familie etliche Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Bad Salzungen, wie eine alte Burgruine, die Salzbergwerke in 500m Tiefe und das Keltenbad mit Sauna und Saline. Dank zweier Autos kein Problem, denn ich hatte mein eigenes Programm. Am Vormittag besuchte ich Rolf Ihling, den Erbauer meines Wartburg-Trans-Universal, um ihm eine EDWFC-Clubzeitung mit der Geschichte seiner Firma zu überreichen, die ich begonnen habe zu schreiben. Es geht ihm gesundheitlich wieder besser und er schenkte mir eine ganze Reihe Fotos, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich kann die Geschichte nun weiter erzählen.

 

 Auf dem Veranstaltungsplatz des Eisenacher Wartburg-Treffens "Heimweh", das ja Anlass für den Termin unseres Jahrestreffens war, entdeckte ich ein weiteres Fahrzeug aus dem Hause Ihling, konnte aber noch keinen Kontakt zum Besitzer herstellen. Gern hätte ich länger auf diesem Platz verweilt, doch ein Defekt an meinem Auto ließ mich erst verspätet erscheinen. Mir war der Schalthebel der Lenkradschaltung abgebrochen! Doch hatte ich Glück im Unglück und blieb genau vor der Treckerhalle eines Landwirtes stehen. Nachdem ich festgestellt hatte, dass eine Reparatur mit Hammer und Draht (führt dich bis nach Leningrad) nicht zu machen war, nahm ich die bereits bekundete freundliche Hilfe der Treckerbastler an und wir bauten ein äußerst haltbares und praktikables Provisorium, mit dem ich dann noch bis nach Hause fuhr. Ich musste lediglich auf den Rückwärtsgang verzichten. Das ist aber eine extra Geschichte wert.

 

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Euch für meine Wiederwahl als Erster Vorsitzender des EDWFC e.V. Es freut mich sehr, dass Ihr es damit für gut befindet, dass der Club das ist was er ist. Nicht mehr und nicht weniger. Es freut mich, dass viele sich einbringen, mehr und weniger, so gut er es kann und wie es Beruf, Familie und Enthusiasmus zulassen. Vor allem freut mich, dass unsere Zeitung immer noch erscheint und mein Dank gilt denjenigen, die viel Mühe und Geld drin investieren. Die Ruhrgebietler möchte ich ermutigen, den regelmäßigen Stammtisch beizubehalten. Wie Ihr auch, bin ich gespannt auf die nächste Techno Classica in Essen und bin mir sicher, dass wir wieder einen schönen Stand bauen werden.

 

Höhepunkt unseres Treffens war unbestritten die dreistündige Führung im Museum AWE durch seinen Leiter, Herrn Fiesinger. Mein Telefonat mit ihm, um den Termin zu vereinbaren, hatte schon eine Dreiviertel-Stunde gedauert, das hätte mich eigentlich vorwarnen müssen. Das, was ich mir gemerkt habe, könnt ihr weiter hinten im Heft nachlesen. So viele Geschichten, so leidenschaftlich erzählt, das kann man nur erleben, da verblasst das allseits strapazierte Internet einmal vollends. Leider konnten wir Herrn Fiesinger eine vierte Stunde nicht mehr zuhören, da wir zu große Angst vor unseren draußen wartenden Frauen hatten. Schließlich war Sonntag und es gab keine Ablenkung durch offene Einkaufsläden.

 

Nun trennten sich die Wege der EDWFC-Mitglieder. Wir hatten zum wiederholten Male ein geselliges, fröhliches, interessantes und abwechslungsreiches Treffen, das uns wieder ein Stück enger zusammen rücken ließ.

 

Gemeinsam unternahm unsere Familie noch einen Ausflug zum sogenannten Baumwipfelpfad in der Nähe von Bad Langensalza. Als besonderes Naturerlebnis hat man dort am Rande eines recht ursprünglichen Laubwaldes eine große Brücke durch die Baumkronen gebaut.

 

Spät abends kamen wir wieder in der Wohnung der Kinder in Leipzig an. Den Montag verbrachten Sylke und ich ebenfalls noch in der Stadt mit Franziska und Daniel. So bescherte uns das EDWFC-Treffen ein außergewöhnliches Familienwochenende. Wir haben uns darüber gefreut, dass die Kinder diese Zeit mit uns verbrachten.

 

An dieser Stelle muss ich unbedingt Daniel meinen Respekt aussprechen, der den blauen Wartburg Tourist tapfer und zügig nach Thüringen und zurück gesteuert hat und gut mit der alten Zweitakttechnik zurecht kam. Sylke, die den Tourist zwischen Prenzlau und Leipzig steuern musste, hatte sich einen eigenartigen Wettbewerb mit dem Mäusekino ausgedacht. Nie mehr als zwei Striche sollten auf der Kraftstoffmomentanverbrauchs-anzeige aufleuchten und daher fuhren wir sehr gemächlich mit knapp 100 Stundenkilometern über die Autobahn. Dem Verbrauch tat es gut. Von Bad Langensalza bis zum Rand von Berlin über Leipzig brauchten wir fast genau 7,0 l Super (6,976) auf 100 km. Auf der Hinfahrt nach Leipzig waren es 7,5 l. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen, vermutlich ist die Zusammensetzung des Sprits heute energiereicher als früher. Ich hatte allerdings bisher immer nur Normal getankt, da ja der Zweitakter nicht so anspruchsvoll ist. Beide Autos hatten einen fast identischen Verbrauch, der Tourist lag geringfügig besser. Beide haben generalüberholte Motoren drin.

 

Ich wünsche Euch einen schönen Herbst mit ein paar sonnigen Sonntagen, die Euch zum Wartburgfahren verführen.

 

Es grüßt und dankt herzlich Martin Völz