Nichts Genaues... (Signale 46-67)

Der "Biosprit" E10 verunsichert vor allem auch Oldtimerfahrer untergegangener Marken

...weiß man nicht!

Wer hätte gedacht, daß "Die alkoholische Gärung" (Heinz Rühmann) nun den Autofahrer in mehrfacher Hinsicht belastet. Nicht nur dem Fahrer schadet der Alkoholgenuß, sondern neuerdings dem Fahrzeug auch.

"Alkohol wirkt negativ auf die Lebensdauer eines Menschen. Die Leber, die Speiseröhre, der Magen, das Herz, die Nieren, die Bauchspeicheldrüse und das Nervensystem sowie der Geschlechtstrieb und die Potenz leiden darunter." (Internet)

"Alkohol wirkt negativ auf die Lebensdauer eines Autos. Der Tank, die Spritleitung, die Benzinpumpe, der Vergaser, der Motor und der Auspuff sowie der Vortrieb und die Leistung leiden darunter." (M.Völz)

Ethanol, früher Äthanol, oder auch C2H5OH, noch besser Alkohol genannt, ist der Menschheit schon seit langem bekannt. Und daher weiß man auch, daß Alkohol schon immer Bio war und mit zunehmender Menge konsumiert zu heftigen Reaktionen oder ebenso heftigen Lähmungen führt.

Der gemeine Autofahrer kennt sich mit dem Problem mit zunehmender Lebenserfahrung immer besser aus. Doch das Auto? Während seines bisherigen Lebens abstinent gehalten, soll es nun zum Säufer werden. Das kann nicht gut gehen.

Während der Mensch in Deutschland mit seinem Körper den Alkoholmißbrauch munter weiter treibt, gönnt er seinem Auto den guten Tropfen nicht. Zum ersten Mal haben die Käufer den Alkoholkonsum verweigert. Benzin mit Alkohol ist ein Ladenhüter geworden.

Mangels vorliegender Langzeitstudien und vor allem der Desinformation über die Wirkung geschuldet, weiß man einfach nicht mehr, was man tun soll.

Ich habe versucht heraus zu bekommen, wo nun das Problem mit dem Bioethanol im Kraftstoff liegt. Das Alkohol auch brennt, wissen wir schließlich vom Getränk Feuerzangenbowle.

Anders als bei der biologischen Wirkung im Körper wußten wir bisher nichts über die chemische Wirkung auf Materialien. Dabei ist es ziemlich einfach: Alkohol ist Bestandteil oder Zusatz in fast allen Reinigungsmitteln. Ich kann mich jetzt auch wieder an die Werbung aus dem Westfernsehen für ein bestimmtes Mittel erinnern, in dem Bio-Alkohol eine Rolle spielte. Sicher nicht ohne Grund findet sich oft genug der Hinweis, daß man bei empfindlichen Flächen erst an unauffälliger Stelle probieren, oder es ganz lassen soll. Damit läßt sich ziemlich einfach erklären, daß es schädigende Wirkung hat und die Wissenschaft hat inzwischen auch festgestellt, welche Materialien besonders betroffen sind: vielfach Aluminium- aber auch andere Metalle und bestimmte ältere Kunststoffe. Da nun niemand ganz genau sagen kann und will, was am Auto geschädigt wird, hat die Moderne Medieninformatik ein undurchschaubares Wirrwarr angerichtet. Keiner weiß mehr, worauf er sich verlassen kann. Gewiß ist: der menschliche Organismus baut Alkohol wieder ab, der Technische kann das vermutlich nicht und damit sind die Schäden sofort und dauerhaft.

Leider haben wir erst jetzt erfahren müssen, daß uns die Mineralölindustrie schon seit längerer Zeit verraten hat. Ein paar "gute Tropfen" werden seit einiger Zeit schon dem Benzin beigemischt. Vielleicht erklären sich jetzt einige Erscheinungen am Auto, die vorher nicht zu deuten waren. Beim Abnehmen eines ältern Wartburg-Zylinderkopfes stellte ich z.Bsp. fest, das die Ölkohleablagerungen, die sich früher typischerweise im Brennraum auf den Kolben und am Kopf fanden, nahezu aufgelöst waren und nicht mehr hart am Metall hafteten. Ob das der Reinigungswirkung der 5% Alkohol Beimischung geschuldet ist? Wird nun demnächst das Aluminium der Kolben und des Kopfes angegriffen?

Der Körper steckt kleinere Mengen Alkohol bekanntlich recht neutral weg, doch welche Konzentrationen vertragen anorganische Materialien? Nichts habe ich bisher darüber finden können, ob es kritische Mengen gibt, bei denen die Reaktionen erst ausgelöst werden. Wenn wir nun schon seit Jahren 5% Alkohol im Benzin haben, angeblich ohne Auswirkungen, warum sind 10% auf einmal so schädlich, daß einmaliger Betrieb damit die Technik irreparabel zerstört? Darauf fand ich keine befriedigende Antwort.

 

Schon manchmal habe ich mir in letzter Zeit die Frage gestellt, was mit unseren alten Autos wohl werden wird, wenn man sie nicht mehr einfach so wird fahren können, weil sich eben alte Technik nicht mit modernen Kraftstoffen oder unseren (vorgeblichen) Umweltansprüchen verträgt, oder es schlichtweg nicht mehr bezahlbar ist. Dann sind wohl Nutzeffekt und Freude aus Leidenschaft dahin?

So fahre ich mit gemischten Gefühlen zur Techno-Classica nach Essen und bin gespannt, welche Stimmung sich unter den Oldtimerfreunden breit machen wird.

Was sagt der Volksmund? "Manches ist nur im Suff zu ertragen" (Sprichwort)

 

man sieht sich,   

Euer Martin Völz