O-Ton: Vor 40 Jahren in der Wartburg-Signale ... (Signale 66-87)

Wartburg 353 nach einem Crashtest (um 1975)

Ein Fall zum Kapitel Raumschutz und Stabilität

Sicherheit ist weltweit Thema Nr. 1. Das gilt ebenfalls für die Motorisierung. An den Automobilbau richten sich zunehmend neue Forderungen, nationale Vorschriften und internationale Empfehlungen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu verstärken.

Neben bestimmten Qualitätsmerkmalen, so etwa auch der hohe Komfort, zählt Sicherheit zu zielstrebig entwickelten, ausgeprägten und vervollkommneten Eigenschaften der WARTBURG-Automobile. In diesem Komplex hat das Werk der aktiven Sicherheit mit ihren unfallverhütenden Fahrzeugelementen vordersten Stellenwert eingeräumt. Daß jedoch wichtige Forderungen nach sogenannter passiver Sicherheit vom WARTBURG gleichfalls erfüllt werden, haben schon vor Jahren die absolvierten Tests nach strengen ECE-Prüfverfahren bestätigt.

 

Für eingehendere Darstellungen der WARTBURG-Sicherheit fehlt hier nun der Platz, aber eine ausführliche Information darüber ist dennoch im Rahmen der AWE-Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.

 

Wie es mit WARTBURG-Sicherheit in der Praxis bestellt ist, daß ein Unfall freilich auch ohne eigenes Verschulden passieren kann und es jedenfalls gut ist, besondere Sicherheitswerte in Reserve zu haben, davon berichtet der Brief eines WARTBURG-Kunden in Großbritannien.

Mr. D. C. Lewis, 80 Ingram Road Thornton Heath, Surrey, schreibt: „Am 19. Oktober 1974 kaufte ich meinen 4. Wartburg-Wagen. Unglücklicherweise war ich in einen Straßenunfall verwickelt, als ein Lastwagen auf mich auffuhr und vorn in einen Milchtankwagen drückte. Nur die Stahlkonstruktion von Ihrem Wagen sicherte mir mein Leben, sonst wäre ich tödlich verunglückt. Beiliegend sind Fotoaufnahmen von meinem Wagen. Sie können feststellen, daß der Rahmen heraussteht außerhalb der Karosserie. Alle Scheiben sind noch unbeschädigt. Die Türen sind noch fest verschlossen." Was nicht verschwiegen sei, ist schließlich noch ein recht bezeichnender Nachsatz von Mr. Lewis: „Ich muß nun sagen, daß ich jetzt meinen 5. Wartburg-Wagen fahre."

 

Was sich demnach als ein wesentliches Sicherheitselement erwies, ist die WARTBURG-Rahmenbauweise. Dieses Konstruktionsprinzip, im Gegensatz zur sonst weitgehend angewendeten selbsttragenden Bauweise, gibt dem 353-Aufbau hochgradige Stabilität und dauerhafte Klapperfreiheit. Darüber hinaus wirkt die allerdings auch aufwendigere WARTBURG-Bauweise als, wie das geschilderte Beispiel zeigt, wertvoller Bestandteil für passive Sicherheit. Denn zusätzlich zu Karosserie-„Knautschzonen" nimmt der schleifenartig gestaltete Rahmen Verformungsenergie auf und hält sie verschonend fern von der Fahrgastzelle. Nicht mehr und nicht weniger sollte hier mal erwähnt werden.

 

Dieser Artikel erschien in der Wartburg-Signale 1/1976

Mehr historische Texte auf dieser Homepage


 

In loser Folge veröffentlichen wir unter dieser Rubrik Texte aus der über 45 jährigen Geschichte unserer Zeitschrift „Wartburg-Signale“. Diese Artikel bieten oftmals einen interessanten Einblick in die offizielle und zeitgenössische Sichtweise des Werkes auf das Produkt Wartburg und seine Technik.

 


 

Titelbild: Wartburg 353 nach einem Crashtest (um 1975)