Es war wieder schön... (Signale 69-90)

Foto D. Köhne

... in Prenzlau - oder: Wer nicht da war, hat's verpasst!
Ein etwas verspäteter Bericht vom EDWFC-Jahrestreffen 2015

Es war auf unserem Jahrestreffen in Sünna, da machte Martin den Vorschlag, das Jahrestreffen 2015 in Prenzlau stattfinden zu lassen. Dies dann während des dortigen Historienspektakels.

 

Da Jürgen und ich eh jedes Jahr versuchen, seit 2011 zum Termin eben dieses Spektakels in Prenzlau zu sein und dies beinahe immer schaffen, stand für mich der Termin dieses Jahrestreffens sofort fest.

Einige von uns sagten jedoch sofort, Prenzlau sei ihnen für den Besuch des Jahrestreffens zu weit.

Gut, die eigene Meinung sei jedem gegönnt. Aber lasst euch sagen, ich habt was verpasst! Und nicht nur, sich gemeinsam zu unserm Hobby zusammen zu finden, sondern auch eine Reise in die schöne Uckermark, die schöne Stadt Prenzlau und das wieder einmal tolle Theaterstück von „Martins Truppe“!

www.uckermark.de

www.historienspektakel.de

 

Freitags machten sich Jürgen und ich mit Jürgens 353 auf den Weg. Zum Start morgens um 9 Uhr war uns nicht klar, dass die Fahrt in diesem Jahr rekordverdächtig würde.

Im wirklich plötzlich aufgetretenen Stau mit etwa 20-minütigem Stillstand auf der A2 wollte ich mal sehen, wie lang der Stau denn vor uns wohl sei und ob man eine Ursache für den Stau erkennen könne und öffnete die Beifahrertür…

Eine scheppernd auf den Asphalt fallende Einstiegsleiste sorgte für einige Erheiterung im Wohnmobil auf der Nachbarfahrspur. Aber auch bei uns! Der erste unaufhaltbare Lachanfall des Wochenendes führte auch gleich zu ´nem kurzen Gespräch mit dem WoMo-Nachbarn: „Stau ist Schei…, aber mit euch ist´s lustig!“

 

Auf der A11 nördlich von Berlin erwischten wir den vierten Stau der Fahrt. Jürgen war schon beinahe soweit, auf einen Waldweg auszuweichen, doch wir bleiben auf der Autobahn und erreichten zur Abendessenzeit Prenzlau.

Torsten, wie auch Ellen und Ansgar waren schon eingetroffen; schnell alle begrüßt, die Taschen und Koffer auf die Schlafstätten verteilt und schon ging´s los zum Spektakulum.

Nach der Vorstellung ist es für Jürgen und mich unverzichtbar, die Truppe hinter der Freilichtbühne Prenzlau als treue Fans aufzusuchen. Als die wahrscheinlich ältesten Groupies der Welt!

 

Es war wieder sehr schön! Jürgen hatte sogar zwei halbe Becher Sekt! Es war irgendwann so um 2 Uhr am Samstagmorgen, als wir in unseren Bettchen lagen.

Olaf (der Restaurator) war auch inzwischen eingetroffen und begleitete uns beim Umtrunk mit den Darstellern. Sorry Olaf, dass ich es ausplaudere… Aber es war echt lustig, als du wie ein Käferchen auf dem Rücken in den Rabatten lagst und nachher in deinen Bus geklettert bist!

Samstagmorgen, 9 Uhr, Frühstück. Kaffee hilft (Olaf hat allen unserer Erwartungen keine Kater), wir fahren los durch die schöne Uckermark zum privaten Fürstenauer Fahrzeug und Technikmuseum. Damit könnte dieser Bericht auch in der Rubrik „Museum am anderen Ende der Welt“ auftauchen.

Schon ganz schön (positiv) verrückt, was hier alles angesammelt und was zur Präsentation dieser Fahrzeuge und Dinge des täglichen Gebrauchs alles aufgebaut wurde! Eine Holz-Fahrzeughalle und ein fein renovierter Stall. Dazu reichlich Außengelände für Veranstaltungen, Parkplätze und ein Café.

www.museum-fuerstenau.de

 

Vom Museum aus fuhren wir weiter in Richtung Boitzenburg, wo wir uns zum Mittag niederließen und danach unsere Vereinssitzung abhielten.

Neben der Entlastung des Vorstand und dessen Neuwahl besprachen wir das Thema TC 2016.

Problematik des ansonsten nicht so aufwendigen Messeauftritts ist der Transport zweier Exponate. Erstens ein BMW 321 aus den Fundus des AWE Museums und zweitens ein EMW 340 aus Kassel. Beide Fahrzeuge müssen unter Plane transportiert werden, was wir nicht selbst stemmen können, so dass der Transport organisiert und bezahlt werden muss.

 

Wir arbeiten daran… (Hier hat mich in meinem Bericht die Zeit echt überholt… Mittlerweile ist die TC 2016 gelaufen… Mit einem anderen Thema…)

Zurück in Prenzlau gingen wir noch Eis essen, gegenüber dem Kettenhaus in Prenzlau; was auch schon beinahe eine Tradition geworden ist. Genauso wie der Running-Gag zum Kettenhaus selbst jedes Jahr beim Historienspektakel. Ich bin gespannt, ob das Kettenhaus im nächsten Jahr dort auch wieder Erwähnung findet, wo doch nun endlich ein Investor gefunden ist.

Danach wurde es schon wieder Zeit für einen weiteren Besuch des Historienspektakels. Diese Nacht wurde dann nicht ganz so lang…

www.uckermarkkurier.de/themen/kettenhaus

www.facebook.com/pages/Eiscafe-Kolbe/203026746390113

 

Sonntag, wieder Treffen wir uns um 9 Uhr zum Frühstück. Ellen & Ansgar, Olaf und auch Torsten machen sich danach auf den Heimweg. Sylke, Martin, Jürgen und ich in Jürgens 353; Martin am Steuer, machen uns auf den Weg zum Tag des offenen Denkmals. Unser Weg führt uns nach Hohenlandin und dort zum Schloss Hohenlandin.

 

Zwar ist dies nicht der Ort der ausgesuchten Veranstaltung (die finden wir später in Niederlandin), aber wir kommen mit einigen Leuten ins Gespräch, die grade ein Zeltlager hinter dem Schloss abbauten.

Diese gehören einer Gruppe an, die Schlachten aus der Napoleonischen Zeit nachstellen und dies am Wochenende eben hier getan hatten.

Uns wurde von der Geschichte des Schlosses erzählt. Gebaut 1861/62 als Gutshaus; zusammen mit benachbarter Dampfbrennerei, Stallungen, Verwaltergebäude und Kirche, zuletzt im Eigentum der Familie Müller (evtl. auch von Müller). 1945 enteignet flohen die Müllers nach Schwerin, wo sich ihre Spur verliert.

Das Schloss diente danach u.a. als Lazarett und später bis in die 1970er Jahre als Schule.

1977 wurde es aufgrund des mittlerweile baufälligen Zustands von der Gemeinde aufgegeben.

1980 wurde ein Teil der Schiefereindeckung des Daches abgenommen und in einem Nachbardorf ein Hausdach damit gedeckt. Man kann erahnen, welch „wichtige“ Person dort gewohnt haben muss. Der andere Teil des Daches bekam nach und nach Beine, so dass Wind und Wetter ungehindert Zugang in das hauptsächlich dreigeschossig ausgeführte Schloss fanden und dieses den Witterungseinflüssen fortan schutzlos ausgesetzt war.

In den frühen 2000er Jahren schien eine Rettung des Schlosses Hohenlandin anzustehen, da ein Investor ein so schlüssiges Nutzungskonzept vorgelegt hatte, um 3 Mio. € Fördergelder zu erhalten.

Ein Bautrupp rückte sodann an, räumte rund um das brach liegende Schloss auf und entfernten eingebrochene Decken. Dann stockten die Arbeiten, der Bautrupp rückte wieder ab und der Investor verschwand mit den Fördergeldern.

 

Aktuell wird wieder nach einem Investor mit einem schlüssigen Konzept für Schloss und Dampfbrennerei gesucht. Tut mir leid, ich kann mir nichts vorstellen, was hier verwirklicht werden sollte. Zum Einen ist die Substanz der Gebäude am Ende. Zum Anderen ist Hohenlandin ziemlich weit ab vom Schuss, so dass die Idee, hier bspw. ein Wellness-Hotel zu verwirklichen, wenig erfolgversprechend erscheinen mag.

 

Aber die einstige Schönheit von Schloss und Schlosspark sind nicht nur zu erahnen, sondern aus meiner Sicht noch immer vorhanden!

www.hohenlandin.de

Nordwestlich vom Schloss liegen ein ehemaliger Speicher, der ehemalige Ochsenstall und die einst zum Gut gehörige Dorfkirche. Ebenfalls zum Gut gehörten eine Dampf-Brennerei, ein Marstall (beide südlich vom Schloss gelegen und teilweise noch stärker als das Schloss selbst verfallen), sowie ein Verwaltergebäude zwischen Schloss und Speicher, das heute als Kindergarten Nutzung gefunden hat.

 

Von Hohenlandin fahren wir eine kurze Strecke nach Niederlandin und besuchen dort einen Trödelmarkt und besichtigen (zum Tag des offenen Denkmals) einen Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, sowie die Dorfkirche Niederlandin.

Am Abend geht es natürlich wieder zum Spektakulum. OK, ist jeden Abend das selbe Stück, aber jede Vorstellung ist anders. Insbesondere die Vorstellung am Sonntag! Eine Luther-Statue, die auf Stelzen flieht oder ein Martin Karl Marx Völz, der plötzlich in einem Bilderrahmen auf der Bühne steht, als ein anderer Schauspieler in seiner Rolle als Parteipolitiker seine Rede hält.

Schön wenn man weiß, dass eben jener „Parteibonze“ im echten Leben CDU-Mitglied ist…

 

Als treue Fans und Groupies sind wir nach der Vorstellung natürlich noch immer da. Heute auch mit Abbau und anschließendem Beisammensein und gemeinsamen Essen in den Räumen des THW.

Montagmorgen gegen 3 Uhr liegen wir in unseren Bettchen…

 

Montag Frühstück, zusammenpacken und…

…Martin liegt mit der Fettpresse unter Jürgens Wartburg. Und tatsächlich, das Fett hilft gegen die teilweise wilden Vibrationen der Antriebswellen.

Die Heimfahrt treten wir dann doch auf dem direkten Weg an. Eigentlich wollten wir noch nach Ückermünde (Fisch essen) und nach Mönkebude (Kekse kaufen), aber dazu ist es heute zu spät.

Nach etwas Stau und reichlich Regen treffen wir gegen 20 Uhr wieder in Essen ein.

Danke! Danke, Sylke und Martin für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung!

Danke, Jürgen für Mitfahr- & Selbstfahrgelegenheit und viel Spaß beim Blödsinnreden und Sinnieren über das Leben!

Danke, Truppe des Historienspektakels für die freundliche Aufnahme und für eure jedes Jahr tollen Stücke!

 

/ Dirk Ekhard Köhne