Richtig Luft holen (Signale 69-90)

Trocken-Luftfilter für den Wartburg 311

Trocken-Luftfilter für Wartburg 311

Die Ansauganlage des Wartburg 311/1000 besteht aus Luftfiltergehäuse mit Nassfiltereinsatz, Beruhigungs- bzw. Dämpfungsbehälter und Flachstrom- Vergaser.

Wie wir alle wissen, sollte der Nassluftfilter regelmäßig gereinigt und mit dickflüssigem Öl benetzt werden.

Dieses Prozedere ist relativ aufwändig und schmutzig. Deshalb kam mir der Gedanke, die Luftfilterung auf eine Papierpatrone umzubauen. Der Trabant 601 und spätere Wartburg Baumuster hatten das ab Werk.

 Die Papierpatrone vom Trabant 601 passt vom Durchmesser her in das Wartburggehäuse. Dieses besteht aus 2 Kammern. Mittig ist ein Rohr eingesetzt, welches im Filtergehäuse einen 90- Grad- Bogen beschreibt und unten seitlich austritt. An dieses Rohr schließt sich der Schlauch zum Dämpfungsbehälter an.

In der oberen Kammer sitzt original der Nassfiltereinsatz, die untere Kammer ist mit dem mittig sitzenden Rohr verbunden. Dies trägt ebenfalls zur Geräuschdämpfung bei.

 

Aus einer kreisrunden Blechscheibe und einem Stück eines Gummifaltenbalges fertigte ich eine Unterlage für die Papierpatrone. Der Gummifaltenbalg dichtet dabei die Blechscheibe zu dem mittig sitzenden Rohr ab. Wichtig ist, zu kontrollieren, ob das mittig sitzende Rohr dicht mit dem Zwischenboden der oberen Kammer des Filtergehäuses abschließt. (Pfeile) Ist dies nicht der Fall, gelangt ungefilterte Luft in den Motor. Bei meinem Gehäuse war ein umlaufender Spalt zu sehen, den ich mit Metallkleber gefüllt habe. Zur Probe kann man in das mittig sitzende Rohr blasen und gleichzeitig den Austritt mit der Hand zuhalten. Es muss dicht sein!

 

Eine aus Schweißdraht gewickelte Feder steht unter dieser Blechauflage in der oberen Filterkammer. Sie soll über die Blechscheibe die Papierpatrone spannen, wenn der obere Deckel aufgesetzt wird. Die Papierpatrone besitzt dazu an den beiden Stirnseiten Dichtlippen. Den Entfall des Nassfiltereinsatzes wird durch einen passenden Gummiring ausgeglichen (Pfeil), den man zusätzlich zwischen Filtergehäuse und Deckel legt. Somit wird beim Betätigen der Knebelverschlüsse der Deckel unter Spannung festgesetzt.

 

Die am Ansaugrohr eintretende Luft strömt nun von außen nach innen durch die Papierpatrone, dann weiter durch das mittig sitzende Rohr von oben nach unten, tritt unten seitlich aus dem Filtergehäuse aus und gelangt weiter durch den Schlauch, den Dämpferbehälter in den Vergaser.

 

Die Papierpatrone hat einen deutlich besseren Wirkungsgrad, als der Nassfiltereinsatz. Zusätzlich vereinfacht sich die Wartung, da man die Patrone nur gegen eine Neue austauschen muss.

 

/ Haiko Both