Westerwaldtreff 2018 (Signale 73-94)

Jahrestreffen des EDWFC im Westerwald

Wer da etwa erwartet hätte, dass im Westerwald der Wind nur kalt pfeift sah sich an Pfingsten 2018 auf das angenehmste getäuscht.

Sommerliche Temperaturen und eine wunderschöne Landschaft begrüßten die Besucher des EDWFC-Jahrestreffens 2018 hier.

Bierernst ging es während dem gesamten Treffen zu - oder etwa doch nicht so ganz?Im Vorfeld hatten wir (meine Tanja und Stephan) viele Gedanken darüber gemacht, wie wir unseren Gästen die Schönheit unserer Wohngegend am Besten präsentieren könnten.

Immerhin fand dieses Jahrestreffen nicht nur außergewöhnlich früh im Jahr, sondern auch noch gleich an einem langen Wochenende statt. Es war also ein Tag mehr, der mit Unterhaltung zu füllen war.

Weil Essen und Trinken bekanntermaßen Geist und Seele zusammenhalten, kamen wir schon bald darauf, den Ablauf an genau diese beiden Themen verbunden mit einer Prise Landschaft und abgeschmeckt mit etwas Oldtimer fest zu machen.

So begrüßten wir die angereisten Gäste am Freitagabend mit einem Chili, welches durch Michael Bluhm kurzerhand und unter einem gewissen Lokalbezug in „arabisches Reiterfleisch“ umgetauft wurde. Der Grund war die Tatsache, dass der erste bundesdeutsche Fernsehkoch, Schauspieler Clemens Wilmenrod, im Westerwald geboren war. Wilmenrod war für seine gewagten Küchenkreationen bekannt. Dazu gehörten etwa die „Gefüllte Erdbeere“, der „Toast Hawaii“ und eben auch das „Arabische Reiterfleisch“. Im Anschluss saßen wir noch eine ganze Weile gemütlich auf unserer Terrasse zusammen.

Am nächsten Morgen waren wir früh verabredet und mussten pünktlich losfahren.

Es war toll, dass auch alle Diejenigen, die nicht mit einem Oldtimer angereist waren, in den vorhandenen Fahrzeugen aufgenommen wurden und wir somit alle auf historischer Technik durch den Westerwald bis nach Hachenburg fahren konnten.

Hier hatten wir uns bei der privaten Westerwald-Brauerei zu einer Führung angemeldet.

Auch das "Damenprogramm" kam ausgesprochen gut an.Die ohnehin sehr interessante Führung wurde zuerst durch einen gemütlichen Zwischenstopp im „Zwickelkeller“ unterbrochen und fand ihren Höhepunkt abschließend im Brauereirestaurant „Schalander“.

Besagter Zwickelkeller ist eine wirklich tolle Einrichtung. Fließt hier doch das (noch ungefilterte) Bier (=Zwickel) aus Zapfhähnen direkt aus der Wand. Ein Genuss, dem wir uns nicht entziehen wollten.

Im Restaurant wurden wir mit hausgemachten Köstlichkeiten versorgt und durften uns durch alle weiteren Spezialitäten der Brauerei probieren.

Nach der Rückkehr, am Nachmittag, genossen wir noch eine Kaffeepause im Garten ehe wir den Grill anwarfen und der Duft von selbst marinierten Rostbrätel nach Thüringer Art die Gegend erfüllte. Dabei blieben wir auch hier der Gegend und den verschiedenen Westerwälder Bierspezialitäten treu.

Den Abend beschloss die traditionelle Jahreshauptversammlung des EDWFC.

Während wir unsere Pläne für den Samstag ganz offen kommuniziert hatten, waren wir beim Sonntagsprogramm ein wenig schweigsamer gewesen.

Wie wir am Abend erfahren sollten, war das auch gar nicht so verkehrt gewesen.

Für diesen Tag hatten wir eine Orientierungsfahrt vorgesehen.

Wieder wurden alle Teilnehmer auf die vorhandenen Oldtimer aufgeteilt und jede Fahrzeugbesatzung bildete ab diesem Moment ein Rallyeteam. Ausgestattet mit einem eigenen Roadbook inklusive einer detaillierten Streckenbeschreibung und einem Satz - teils recht kniffliger - Aufgaben, setzten sich die Fahrzeuge in Bewegung.

Blick auf die Teilnehmerunterlagen zur RallyeGemeinsam mit unseren Söhnen waren wir in den Wochen vor dem Treffen die Strecken abgefahren, die Tanja als mögliche Rallyeroute identifiziert hatte.

Nach ca. 45 Minuten Fahrtzeit gab es eine Streckenkontrolle.

Hier wurden alle Roadbooks mit einem Stempel entwertet.

Nach weiteren 45 Minuten folgte die erste Pause. Auch wieder verbunden mit einer Streckenkontrolle.

Hier durfte sich alle Teilnehmer ein wenig erholen. Trotz mancher kurioser Begegnung hatten es tatsächlich alle Teams bis hierher geschafft.

Dirk Flach fuhr mit mir und unserem Wartburg „Oma“ extra hinter dem jeweils letzten Team her, um größere Verluste und damit verbundenen Frust zu verhindern.

Ein Rustikales Mittagessen am Holzbach verbanden wir mit einer Spezialaufgabe, bestehend aus nicht ganz so einfachen Fragen.

Nach einer Stunde fuhr das erste Team wieder ab und die Rallye wurde fortgesetzt.

Nach weiteren 90 Minuten Fahrt kam eine dritte Stempelkontrolle und ganz kurz darauf endete die Rally an ihrem ursprünglichen Startpunkt.

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, noch ein paar Geschicklichkeitsübungen am Ziel vorzunehmen. Nur so für den Fall, dass das Ergebnis zu knapp werden würde und/oder die Teams zusammenarbeiten würden.

Aber wir hatten sportlich faire und gleichzeitig ehrgeizige Teams und brauchten diese finalen Aufgaben nicht.

Am Ende waren wir über 5 Stunden auf Tour und haben dabei fast 150 km zurückgelegt.

Blick in die TeilnehmerunterlagenIm Handumdrehen werteten wir die beantworteten Fragebögen aus und führten eine Siegerehrung mit Preisverleihung durch.

Anschließend erhielt jeder Teilnehmer eine handgefertigte Plakette mit dem Umriss des Westerwaldes inklusive der zwei Hauptorte und der wichtigsten Grenzflüsse nebst einem, bewusst etwas ramponiert wirkenden AWE-Logo.

Eigentlich sollte dieses Logo ursprünglich nicht nur etwas verbeult, sondern sogar noch ein wenig verrostet sein. Leider enttäuschte uns die eigens dafür angeschaffte Farbe so sehr, dass wir darauf Verzichteten.

Mit dem schrammeligen Eindruck des AWE-Logos wollten wir deutlich machen, dass auch alte Autos noch überall hin kommen können. Sogar in den Westerwald und das es dabei immer viel Spaß gibt.

Zum Abendessen trafen wir uns in einem rustikalen Spezialitätenrestaurant in unmittelbarer Nähe. Hier ließen wir uns die hausgemachten Flammkuchen schmecken und vertagten uns anschließend ein weiteres Mal auf unsere Terrasse.

Am Montag ließen wir das Treffen mit einem gemeinsamen Frühstück ausklingen.

Vielen Dank an Alle, die uns vor ihrer Abreise sogar noch geholfen haben unser Haus wieder etwas herzurichten.