Der Melkus

Melkus RS1000

Eine ganz besondere Karriere nahm Heinz Melkus mit seinem Dresdner Betrieb in der DDR. Ab 1959 baute er hier Rennwagen in Eigenregie. So entstand unter anderem der Formel-3-Rennwagen Melkus 64. Im Jahr 1970 stellte Melkus KG einen neuen Rennwagen vor.

Der Melkus RS 1000 war das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit des Allgemeinen Motorsport Verbandes der DDR (ADMV), des Automobilwerkes Eisenach (AWE), der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin und noch einigen anderen Betrieben und Institutionen. Mit dem RS 1000 war es möglich, ohne einen zusätzlichen Transporter zur Rennstrecke zu fahren, denn er war für den Straßenverkehr zugelassen. Die rassige Form lässt viele Betrachter an einen zeitgenössischen Ferrari denken. Das aggressive Styling und die Flügeltüren bestätigen diesen Eindruck. Ein cw-Wert von 0,29 gilt auch heute noch etwas! Wird allerdings der im Heck, aber vor der Hinterachse angebrachte Motor (=Mittelmotor) gestartet, traut mancher seinen Ohren nicht. Der zweifellos kernige Sound stammt nämlich aus einem leistungsgesteigerten Wartburg 353-Zweitakt-Motor. Statt der bekannten 1000 cm3 wurde der Hubraum auf 1119 cm3 bzw. 1250 cm3 aufgebohrt. Auch das Fünfgang-Getriebe und viele andere technische Teile stammen aus Eisenach und wurden in Dresden für den RS 1000 modifiziert. Jeder der drei Zylinder hatte einen eigenen Vergaser. Der Motor erreichte in der Wettbewerbsversion erst 70 PS, ab 1972 dann sogar bis zu 100 PS. Insgesamt wurden nur 101 Stück dieses interessanten und erfolgreichen Gefährts hergestellt. Sie wurden allerdings nur direkt ab Werk an besonders zum Kauf berechtigte Personen (zugelassenen Rennfahrer) verkauft und niemals ins Ausland exportiert! Während der normal Bürger auf seinen "braven" Wartburg 353 über 10 Jahre warten musste, konnte der Rennfahrer schon nach nur 2 Jahren Wartezeit mit dem RS 1000 starten.