Der Wartburg 1.3

Wartburg 1.3 Irmscher

Am 12. Oktober verließ der neue Wartburg 1.3 das Produktions-Band. Das erste Mal, daß nicht der Barkas einen Wartburg-Motor bekam, sondern der Wartburg einen Barkas-Motor. Im letzten Wartburg schlug erstmals der Barkas B 860, ein Viertakt-Motor. Dieser Vierzylinder-Motor konnte durch ein Joint-Venture-Abkommen zwischen Volkswagen und der DDR in Karl-Marx-Stadt produziert werden. Die Motoren der s.g. Alpha-Generation mit 1300 cm3 und 1005 cm3 wurden zum Teil in die Fahrzeuge der DDR montiert und zum anderen Teil in die Bundesrepublik an VW geliefert. Hier kamen sie im VW Polo und im VW Golf zum Einsatz. Leider kam der Viertakt-Motor für die DDR-Fahrzeugbauer viel zu spät. Der Einkauf der Lizenz war unheimlich teuer und es standen noch weniger Finanzen als vorher bereit, um wirklich neue Autos entwickeln und verkaufen zu können. Der Wartburg 1.3 glich seinem Vorgänger bis auf einige Retuschen aufs Haar und die Kunden akzeptierten weder das 25 Jahre alte Design noch den unheimlich hohen Preis. Dazu kam noch erschwerend, daß es nicht gelungen war, ein entsprechend hochwertiges Getriebe an den neuen Motor zu montieren. Das Ende für den Wartburg kam mit der Wende und der Übernahme der AWE durch die Treuhand. Es fand sich kein Investor, der den drittältesten deutschen Automobilbauer nach Daimler und Benz erhalten konnte und wollte. Gespräche mit VW, BMW und Mitsubishi scheiterten. Diese Unternehmen waren wohl an dem Know-How der AWEler interessiert, nicht aber an einer weiteren Produktion. Der letzte Versuch, den Wartburg 1.3 zu modernisieren und ihn aufgewertet an den Kunden zu bringen gelang auch mit dem, gemeinsam mit Irmscher entwickelten, Wartbur "New Line" nicht mehr. Am 10 April 1991 lief nach über 90 Jahren Automobilbau-Tradition der endgültig letzte Wartburg vom Band.

Produktionszahlen des Wartburg 1.3